Frank Potthast
 

 

Auf dieser Seite finden Sie ein paar der am häufigsten gestellten Fragen und meine Antworten darauf. Sollten Sie Ihre benötigten Informationen nicht finden, dann senden Sie mir bitte Ihre Frage per Email oder buchen Sie mich für einen Vortrag oder eine Fortbildung


Sind wir als BOS wirklich von allem befreit?

Nein, die Privilegien der Befreiung gem. §21a(2) LuftVO beziehen sich nur auf die Aufstiegserlaubnis und den Kenntnisnachweis. Die BOS sind nicht deshalb von den Erlaubnisvorbehalten und Verboten der §§ 21a, 21b LuftVO ausgenommen, weil der Betrieb der unbemannten Fluggeräte durch diese Organisationen ein geringeres Gefährdungspotential aufweisen würde, als der anderer Betreiber, sondern weil der Verordnungsgeber davon ausgeht, dass besonders BOS die Prüfung der sicheren Durchführbarkeit des Flugbetriebs in eigener Verantwortung ausreichend sicherstellen können, ohne dass es der Einschaltung der nach § 21c LuftVO zuständigen Landesluftfahrtbehörde bedarf.

Art. 2 Abs. 3 Buchstabe a) der VO (EU) Nr. 2018/1139 legt fest, dass diese Verordnung (und damit auch die darauf basierenden VO (EU) Nr. 2019/945 und DVO (EU) Nr. 2019/947) nicht für Luftfahrzeuge und ihre Motoren, Propeller, Teile, ihre nicht eingebaute Ausrüstung und die Ausrüstung zu Fernsteuerung von Luftfahrzeugen gelten, wenn sie für Tätigkeiten oder Dienste für das Militär, den Zoll, die Polizei, Such-und Rettungsdienste, die Brandbekämpfung, die Grenzkontrolle und Küstenwache oder ähnliche Tätigkeiten oder Dienste eingesetzt werden, die unter der Kontrolle und Verantwortung eines Mitgliedstaats im öffentlichen Interesse von einer mit hoheitlichen Befugnissen ausgestatteten Stelle oder in deren Auftrag durchgeführt werden.

Unter diese Privilegierung fallen auch bestellte/beliehene Organisationen, allerdings nur so lange sie Tätigkeiten oder Dienste ausführen, die zu den in der VO (EU) Nr. 2018/1139 genannten gehören. Entsprechend entfällt diese Privilegierung, wenn von diesen Organisationen privatrechtliche Aufträge ausgeführt werden.


Sind wir als BOS wirklich von allem befreit?

Nein, die Privilegien der Befreiung gem. §21a(2) LuftVO beziehen sich nur auf die Aufstiegserlaubnis und den Kenntnisnachweis. 


Trägt der Einsatzleitende (m/w/d) die Verantwortung?

Nicht ganz richtig, der Leitende trägt zwar auf Grundlage der FwDV/DV 100 und der Landesgesetze die Verantwortung für den Ablauf des gesamten Einsatzes, aber der Fernpilot (m/w/d) trägt die gesamte Verantwortung für die Vor- und Nachbereitung, die SORA und den Einsatzflug. Genauso wie der Kraftfahrer (m/w/d) bei Einsatzfahrten mit Sonderrechten. (siehe "Luftrecht für Alle")


Ist ein Kenntnisnachweis bzw. Drohnen-Führerschein sinnvoll?

Ja, da BOS zwar gem. §21a(2) LuftVO davon befreit sind, aber diese Privilegierung erfordert einen verantwortungsvollen Umgang beim Betrieb der unbemannten Fluggeräte unter besonderer Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Darum empfehle ich mindestens das Ablegen des "kleinen EU-Drohnenführerschein" A1/A3.


Ist eine Versicherung der Drohne notwendig?

Eine eigenständige Luftfahrthaftpflichtversicherung gem. §33 LuftVG ist bei den BOS nur dann notwendig, wenn

  • wenn die Kommune kein Mitglied des Kommunalen Schadenausgleich (KSA) ist und ein regelkonformer Betrieb erfolgt (siehe Datenblatt "KSA")
  • wenn außerhalb der Befugnisse gem. §21a(2) LuftVO geflogen wird z.B. bei der Presse und Medienarbeit (PuMA)


Gibt es für BOS Vollkasko-Versicherungen?

Nein


Ist das eigene Einsatzkonzept der Drohnen-Einheit immer gültig?

Nein, es ist wichtig ein einheitliches Einsatzkonzept für seinen Bereich (Landkreis/Stadt/etc.) zu haben und anzuwenden, damit es im Einsatz nicht zu Problemen und Diskussionen kommt. Nur solange der Einsatzleitende (m/w/d) oder Flugleiter nicht an der Einsatzstelle ist, kann das organisationseigene Einsatzkonzept angewendet werden, danach gilt das Einsatzkonzept der leitenden Organisation.

Ausnahme ist, wenn es kein Einsatzkonzept bei der leitenden Organisation gibt, dann tritt das Einsatzkonzept der UAV-Einheit in Kraft. Bei mehreren anwesenden UAV-Einheiten legt der Einsatzleidende (m/w/d) fest welches Einsatzkonzept Anwendung findet.


Brauche ich überhaupt eine Ausbildung, obwohl ich vom Kenntnisnachweis befreit bin?

Ja, denn grundsätzlich sind Ausbildung und Kenntniserwerb zwei getrennt voneinander zu betrachtende Sachverhalte.

Da der Verordnungsgeber davon ausgeht, dass besonders BOS die Prüfung der sicheren Durchführbarkeit des Flugbetriebs in eigener Verantwortung ausreichend sicherstellen können, ohne dass es der Einschaltung der nach § 21c LuftVO zuständigen Landesluftfahrtbehörde bedarf, bedarf es einer Ausbildung, die aber nicht mit einer Prüfung zum Erwerb des Kenntnisnachweis abschließen muss. (siehe auch "Ausbildung")


Kann ich jede Drohne einsetzen?

Ja


Macht es Sinn jede Art von Drohnen bei den BOS einzusetzen?

Nein, da die technischen Eigenschaften der Drohne den Anforderungen an den Einsatz bei den BOS angepasst sein sollten und vorher eingehend geprüft werden müssen. Oft werden aus finanziellen Gründen Drohnen aus dem Bereich der kommerziellen Nutzung bei den BOS beschafft, da es noch keine Richtlinie und/oder Vorschriften für diesen Bereich gibt. (siehe "Darwinismus")

  

Wie sollte meine Drohnen-Einheit ausgestellt sein?

Ausreichend, um den operativ-taktischen als auch luftrechtlichen Erfordernissen und Belangen gerecht zu werden.


Welche Stärke hat sich als optimal gezeigt?

Von Seiten des BBK gibt es keine Empfehlung, aber geht man nach den Vorgaben der EASA und den Angaben in den Durchführungs- und Delegiertenverordnungen des europäischen Parlamentes, dann ist eine Grundaufstellung mit 0/1/2 am sinnvollsten. In diesem Trupp wären enthalten

  • Fernpilot (m/w/d)  [1]
  • Luftraumbeobachter (m/w/d)  [2]
  • Luftbildauswerter (m/w/d)  [3]

Mit dieser Aufstellung kann ich einen Einsatzbetrieb garantieren, der folgende Aspekte erfüllt

  • Sichtverbindung zur Drohne [1]
  • Ständiger Zugriff auf die Drohne [1]
  • Kontrolle des Luftraumes auf Gefahren/Risiken [2]
  • Kontrolle der Umgebung des Start-/Landeplatzes auf Gefahren/Risiken [2]
  • Auswertung der Bilddaten gem. Einsatzauftrag [3]

Eine Aufstellung verschiedener Beispiele für Drohnen-Einheiten finden Sie hier


Welche Drohnenart passt am Besten zu uns?

Das kommt darauf an, welche Einsätze mit der Drohne bewältigt werden sollen oder müssen. Die "Eierlegende-Wollmilchsau" gibt es noch nicht, aber mit einem unangepassten System in den Einsatz zu fliegen bedeutet entweder den Verlust der Drohne oder deutliche Abstriche im Ergebnis des Einsatzfluges. Wenn man sich mit 50% - 80% des möglichen Einsatzerfolges zufrieden geben möchte, ist die Beschaffung eines kostengünstigen Drohnenmodells eine Option.

Doch sollte man sich vor Augen halten, dass bereits die Rettung eines Lebens die Beschaffung eines höherwertigen und angepassten Drohnensystems rechtfertigt. So wie bei vielen andere Einsatzhilfsmittel, die ebenfalls mit hohen Kosten zu Buch schlagen und dann im Gerätehaus liegen, zeigt sich die Rechtfertigung für deren Beschaffung irgendwann, wenn andere Mittel versagen.


Wie lassen sich die Beschaffungskosten, die laufenden Kosten und die Einsatzkosten refinanzieren?

Es gibt, wie für Fahrzeuge, Pumpen, Kettensägen, Hebekissen, uva. Einsatzmittel, die Möglichkeit die Drohnen in die Gebührenordnung/-satzung zu integrieren. (siehe "Einsatzkostentool")


Muss ich mich als Betreiber registrieren lassen?

Die Privilegierung befreit auch von der Registrierungspflicht. Ich empfehle allerdings, sich als Betreiber auf freiwilliger Basis zu registrieren und die Registrierung in das Identifizierungssystem der Drohne hochzuladen bzw. eine Plakette mit der eID an ihr anzubringen.


Wie weise ich mich als Fernpilot (m/w/d) einer BOS bei Ausbildung und Übung aus?

  1. In dem ich die festgelegte Dienstkleidung und PSA trage
  2. ggf. durch einen Berechtigungsausweis/Dienstausweis der BOS


Der §21a(2) LuftVO lässt das Fliegen unter Aufsicht zu. Was bedeutet - unter Aufsicht - ?


Eine Definition dazu findet sich unter Punkt 3.2 der Gemeinsamen Empfehlungen des BBK (siehe aber auch "Luftrecht für Alle")



Was bedeutet die „spezielle“ und „zulassungspflichtige“ Betriebskategorie?

Der UAS-Betrieb in diesen beiden Betriebskategorien bedarf einer oder mehrerer vorheriger Genehmigung(en) durch die zuständige Behörde im Mitgliedstaat (Art. 5, 12 und Anhang Teil B UAS.SPEC.010 ff. und Art. 6 DVO i. V. m. Art. 40 d-VO). Die „spezielle“ oder „zulassungspflichtige“ Betriebskategorie wird erreicht, wenn der Betriebsrahmen der „offenen“ verlassen wird, z. B. wenn mit der Drohne über 120 m über Grund/Wasser oder unter BVLOS geflogen wird, sowie Menschenansammlungen überflogen werden.

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