Frank Potthast
 

ResMIFuKat

Resilienz durch Mobile Informationssysteme zur Führungsunterstützung im Katastrophenfall

„Resilienz ist die Fähigkeit eines Systems, mit Veränderungen umgehen zu können“

Schon 2014 war klar, das die Einsatzkräfte von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), auf Veränderungen nur angemessen reagieren können – insbesondere in Großschadenslagen –, wenn alle relevanten Informationen jederzeit in unterschiedlichen Ausprägungen entlang der gesamten Befehlskette verfügbar sind. Je schneller die notwendigen Informationen zur Verfügung stehen, desto effizienter und effektiver können die geeigneten Gegenmaßnahmen eingeleitet werden und umso geringer ist der resultierende Schaden. In der Praxis treffen jedoch bewährte, traditionelle Methoden (z.B. Papierdokumente, Analogfunk) auf zahlreiche Neuerungen wie z.B. Digitalfunk und moderne IKT. Resilienz steht auch für die Stabilität eines Systems, also der Robustheit der Komponenten und dem standardisierten Einsatz. Bei neuer Einsatztechnik fehlen jedoch oft klare Vorgehensweisen, Kommunikationswege sowie Standardisierung/Normung (z.B. beim Einsatz von unbemannten Erkundungsplattformen) und eine durchgehende Ausfallsicherheit (z.B. ein Stromausfall lässt das Digitalfunknetz zusammenbrechen). Somit ist zur Steigerung der Resilienz von Einsatzkräften eine ausfallsichere Kommunikationsinfrastruktur mit schnellstmöglichen Kommunikationswegen bei maximaler Informationsdichte notwendig.

ResMIFuKat – Resilienz durch Mobile Informationssysteme zur Führungsunterstützung im Katastrophenfall – greift diese Problematiken auf und hat zum Ziel die Informationsverfügbarkeit sicherzustellen und die Informationsdichte zu erhöhen um die Führungsfähigkeit zu stärken.

Die technische Lösung ist die Übernahme eines Verbindungsknotens des BOS-Digitalfunk[2] durch ein unbemanntes Luftfahrtsystem (UAV)[3] um die Ausfallsicherheit der Kommunikationsinfrastruktur zu erhöhen. Sie wird um eine replizierte Datenverwaltung in einer Cloud für schnellstmögliche Informationsbereitstellung erweitert. Die Integration in die bestehende Kommunikationsinfrastruktur der BOS für eine „Ready for Use“-Lösung steht im Fokus. Grundlage für die praktische Anwendbarkeit dieser Entwicklungen und eine erhöhte Informationsdichte ist die erfolgreiche konzeptionelle Integration von UAV in die BOS als Sensorträger für die Lageerfassung. Standardisierung und Normung sowie Einsatz- und Ausbildungskonzepte müssen erarbeitet werden. Vervollständigt wird dieser ganzheitliche Ansatz durch umfassende Gesellschaftlich-Marktwirtschaftliche und Juristische Begleitforschungen. Sie sichern durch Entwicklung geeigneter Untersuchungsmethoden und Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen die Nachhaltigkeit sowie eine deutlich erhöhte Resilienz der Einsatzkräfte im Katastropheneinsatz.

Die Sicherheitsszenarien ResMIFuKat beschäftigen sich jeweils mit einer Großschadenslage, welche durch Strom- und TETRA-Netzausfall gekennzeichnet ist.

Szenario 1 beinhaltet einen regionalen TETRA-Netzausfall von mehreren TETRA-Zellen durch eine Hochwasserlage mit havariertem Kraftwerk

Szenario 2 betrachtet einen bundesweiten Totalausfall des TETRA-Netzes durch einen Terroranschlag auf die vier Vermittlungszentren.

Mehr dazu in der Projektskizze.

Projektskizze zum Download

[1] vgl. Wieland, A. & Wallenburg, C.M. 2013

[2] Der BOS -Digitalfunk entstand Mitte der 90er in Europa in Form landesweiter BOS-Netze. Es wird auch der Begriff TETRA-Netz verwendet.

[3]  UAV = unmanned aircraft vehicle



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